Wir begleiten Ihre Arzneimitteltherapie nach Organtransplantation
Diese Dienstleistung bietet Ihnen die Möglichkeit, nach einer Organtransplantation die Anwendung Ihrer Medikamente überprüfen zu lassen. Die individuelle Beratung kann die Anwendung Ihrer Medikamente verbessern.
- Wann und wie häufig Sie diese Dienstleistung erhalten könnenWenn Sie eine Organtransplantation hatten und Medikamente, die Ihr Immunsystem unterdrücken („Immunsuppressiva“) einnehmen, einmalig in den ersten 6 Monaten nach Beginn oder Änderung einer Therapie mit Immunsuppressiva nach Organtransplantation.
- Sichere AnwendungPotenzielle Sicherheitsrisiken bei der Kombination verschiedener Medikamente kann Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker frühzeitig erkennen. Dabei wird verstärkt auf die Eigenschaften und Besonderheiten der Immunsuppressiva eingegangen.
- MedikationsplanSie erhalten einen aktuellen und vollständigen Medikationsplan, der den Erfolg Ihrer Therapie sicherstellt.
Betreuung bei Einnahme von Krebsmedikamenten
1. So läuft die Dienstleistung ab

Für diese Dienstleistung sollten Sie zwei Gesprächstermine an getrennten Tagen einplanen. Zunächst planen Sie mit Ihrer Apotheke einen Termin zum Erstgespräch.
- Zu diesem nehmen Sie Ihren Medikationsplan und, falls griffbereit, weitere relevante Dokumente wie Laborwerte und Arztbriefe mit.
- Außerdem bringen Sie alle Ihre Medikamente mit. Hierzu zählen auch selbst gekaufte Medikamente, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
- Bei Medikamenten, die Sie im Kühlschrank lagern, bringen Sie bitte nur die Verpackung mit und lassen Sie das kühlpflichtige Medikament selbst zuhause.
- Bei großen oder sperrigen Inhalationsgeräten reicht die Verpackung ebenfalls aus.
2. Das Erstgespräch
Bei diesem Erstgespräch wird mit Ihnen ausführlich über alle Ihre Medikamente und deren Anwendung gesprochen.
- Besonders intensiv wird dabei auf die Besonderheiten Ihrer Immunsuppressiva eingegangen. Sie können Ihre Bedenken zu bestimmten Medikamenten äußern und offen über aktuelle Beschwerden sprechen.
- Teilen Sie bei selbst gekauften Medikamenten auch mit, was Sie mit der Einnahme erreichen wollen, z. B. weniger Schmerzen zu haben.
- Relevant ist auch, wie Ihre Lebensumstände sind und Ihr Lebensstil ist. Sind Sie zum Beispiel schwanger oder rauchen Sie?
Diese einmal erhobenen Daten wertet die Apothekerin oder der Apotheker im Anschluss aus. Bei diesem Prozess sind Sie nicht vor Ort dabei.
- Die Apothekerin oder der Apotheker überprüft, ob alles gut zusammenpasst und was für Sie bei Ihren Medikamenten noch optimiert werden kann.
- Der Schwerpunkt dieser Prüfung liegt hierbei auf Ihren Immunsuppressiva. Auf dieser Basis wird ein vollständiger und aktueller Medikationsplan erstellt.
- Bei Bedarf geschieht dies – sofern Sie vorher eingewilligt haben – in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
3. Das Zweitgespräch
In einem Zweitgespräch erhalten Sie Ihren Medikationsplan und werden intensiv zu diesem beraten.
- Auf die Einnahme Ihrer Immunsuppressiva wird dabei besonders eingegangen und Sie erhalten gegebenenfalls einen zusätzlichen Einnahmeplan für diese.
- Alle Fragen, die Sie zu Ihren Medikamenten haben, können Sie nun stellen.
4. So profitieren Sie von dieser Dienstleistung
Mehr Übersicht
Individuelle Beratung
Erkennen und Lösen von Risiken und Nebenwirkungen
Aktueller Medikationsplan
5. Häufige Fragen zum Thema Organtransplantation
Wenn ein Organ seine Funktion verliert, ist eine Organtransplantation oft der einzige Ausweg. Dieser Funktionsverlust kann verschiedene Gründe haben. Hierzu zählen Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes, aber auch Schädigungen durch Missbrauch von Substanzen wie Alkohol. Die Organe, die in Deutschland am häufigsten transplantiert werden, sind die Nieren und die Leber. Der Erhalt eines Spenderorgans beeinflusst das Leben nachhaltig. In erster Linie gilt es zu verhindern, dass der eigene Körper das Spenderorgan wieder abstößt.
Bei einer Abstoßungsreaktion erkennt das eigene Immunsystem das gespendete Organ als fremd und setzt die Immunabwehr in Gang. Dabei werden körpereigene Immunzellen aktiviert, die das Spenderorgan zerstören können. Insbesondere kurz nach Erhalt eines Spenderorgans ist deshalb eine engmaschige Überwachung nötig. Um das Spenderorgan vor der eigenen Immunabwehr zu schützen, müssen sogenannte Immunsuppressiva eingenommen werden. Das sind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Die Einnahme von Immunsuppressiva beginnt bereits vor der Transplantation und muss ein Leben lang fortgeführt werden.
Die regelmäßige und gewissenhafte Einnahme von Immunsuppressiva schützt das Spenderorgan. Immunsuppressiva müssen nach strengen Vorschriften eingenommen werden, zum Beispiel mehrfach am Tag zu festgelegten Zeiten. Das erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Wenn noch weitere Medikamente gegen andere Krankheiten eingenommen werden, kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten.
Zudem lösen Immunsuppressiva oft Neben- oder Wechselwirkungen aus. Hierbei ist vor allem die erhöhte Infektanfälligkeit durch die absichtliche Unterdrückung des Immunsystems zu nennen.
Immunsuppressiva müssen konstant wirksam sein. Viele Medikamente können durch Wechselwirkungen diese Wirksamkeit beeinflussen. Deshalb ist es besonders wichtig, die Verträglichkeit aller Ihrer Medikamente überprüfen zu lassen und die Einnahme zu optimieren.
Sie haben den Anspruch, individuell zu Ihren Medikamenten betreut zu werden, insbesondere im Hinblick auf die Besonderheiten Ihrer immunsuppressiven Therapie und der vorangegangenen Organtransplantation. In Ihrer Vor-Ort-Apotheke können Sie Ihren Medikationsplan auf Unverträglichkeiten überprüfen lassen und mit speziell fortgebildeten Apothekern und Apothekerinnen über alle eingenommenen Präparate sprechen. Sie werden intensiv bezüglich der Anwendung beraten und erhalten einen aktualisierten Medikationsplan.